Berufsbild
Webdesigner
Was macht ein Webdesigner und wie finden Sie den richtigen?
Webdesigner gestalten das Aussehen und die Benutzerführung von Websites. Aber was genau tun sie? Und wie unterscheiden sie sich von Webentwicklern? Dieser Leitfaden klärt auf.
Das Berufsbild
Was macht ein Webdesigner?
Ein Webdesigner ist für das visuelle Erscheinungsbild einer Website verantwortlich. Er gestaltet, wie eine Website aussieht und wie Besucher mit ihr interagieren – von der Farbwahl über die Typografie bis zur Anordnung der Elemente.
Die Hauptaufgaben eines Webdesigners umfassen:
- Visuelles Design: Farben, Schriften, Bilder, Icons – alles, was man sieht.
- Layout & Struktur: Wie sind Inhalte auf der Seite angeordnet?
- User Interface (UI): Gestaltung von Buttons, Formularen, Navigation.
- User Experience (UX): Wie intuitiv und angenehm ist die Bedienung?
- Responsive Design: Anpassung für verschiedene Bildschirmgrössen.
- Prototyping: Erstellung von Wireframes und Mockups vor der Entwicklung.
Ein guter Webdesigner denkt nicht nur an Ästhetik, sondern auch an Usability: Die schönste Website nützt nichts, wenn Besucher nicht finden, was sie suchen.
Kreativität
Visuelle Konzepte entwickeln, die zur Marke passen
Nutzerzentrierung
Design aus Sicht des Besuchers denken
Technisches Verständnis
Wissen, was technisch umsetzbar ist
Der Unterschied
Webdesigner vs. Webentwickler
Zwei Berufe, die oft verwechselt werden – aber unterschiedliche Aufgaben haben.
Webdesigner
Fokus: Wie sieht es aus?
- ● Visuelles Design & Ästhetik
- ● User Interface (UI)
- ● User Experience (UX)
- ● Wireframes & Mockups
- ● Farbkonzepte & Typografie
Tools: Figma, Adobe XD, Sketch, Photoshop
Webentwickler
Fokus: Wie funktioniert es?
- ● Programmierung & Code
- ● Frontend (HTML, CSS, JavaScript)
- ● Backend (Datenbanken, Server)
- ● CMS-Integration
- ● Performance & Sicherheit
Tools: VS Code, Git, React, PHP, WordPress
💡 In der Praxis
Die Grenzen verschwimmen oft. Viele Webdesigner können auch HTML/CSS und setzen einfache Designs selbst um. Umgekehrt haben manche Entwickler ein gutes Auge für Design. Bei grösseren Projekten arbeiten Designer und Entwickler im Team zusammen. Bei einer Webdesign Agentur sind beide Rollen vertreten.
Qualifikationen
Was macht einen guten Webdesigner aus?
Diese Fähigkeiten sollte ein professioneller Webdesigner mitbringen.
Gestalterisches Talent
Ein Auge für Ästhetik, Proportionen und Farbharmonie. Kreativität, die zur Marke passt.
UX-Verständnis
Design aus Nutzersicht denken. Wissen, wie Menschen Websites bedienen und was sie erwarten.
Technisches Grundwissen
Verstehen, was technisch möglich ist. Idealerweise HTML/CSS-Kenntnisse für die Umsetzung.
Tool-Kompetenz
Sicherer Umgang mit Design-Tools wie Figma, Adobe XD oder Sketch.
Kommunikation
Design-Entscheidungen erklären können. Feedback aufnehmen und umsetzen.
Aktualität
Trends kennen, aber nicht blind folgen. Wissen, was zeitlos ist und was schnell veraltet.
Die Wahl
Freelance-Webdesigner oder Agentur?
Beide Optionen haben ihre Berechtigung – die richtige Wahl hängt von Ihrem Projekt ab.
| Kriterium | Freelance-Webdesigner | Webdesign Agentur |
|---|---|---|
| Kosten | Günstiger CHF 80-150/Std. | Höher CHF 120-200/Std. |
| Expertise | Spezialisiert (Design) | Breit (Design + Entwicklung + SEO) |
| Persönlicher Kontakt | Direkt, eine Person | Projektmanager als Ansprechpartner |
| Kapazität | Begrenzt (1 Person) | Skalierbar (Team) |
| Ausfallrisiko | Höher (Krankheit, Urlaub) | Geringer (Vertretung) |
| Entwicklung | Oft extern nötig | Meist inhouse |
✓ Freelancer wählen wenn...
- • Kleineres Projekt mit klarem Scope
- • Budget begrenzt ist
- • Sie persönlichen Kontakt schätzen
- • Nur Design benötigt wird (Entwicklung intern/separat)
- • Sie einen empfohlenen Designer kennen
✓ Agentur wählen wenn...
- • Komplexes Projekt (Shop, Mehrsprachigkeit)
- • Design + Entwicklung aus einer Hand
- • Langfristige Betreuung gewünscht
- • Zuverlässigkeit kritisch ist
- • Zusätzliche Services (SEO, Content) nötig
Auswahl
Wie bewertet man ein Webdesigner-Portfolio?
Das Portfolio ist der wichtigste Indikator für die Qualität eines Webdesigners.
👀 Darauf achten
- ✓
Vielfalt der Projekte
Verschiedene Branchen und Stile zeigen Flexibilität.
- ✓
Aktualität
Projekte sollten nicht älter als 2-3 Jahre sein.
- ✓
Live-Websites prüfen
Funktionieren die Seiten? Wie ist die Mobile-Ansicht?
- ✓
Ähnliche Projekte
Hat der Designer Erfahrung in Ihrer Branche?
- ✓
Stil passt zu Ihnen
Gefällt Ihnen die Handschrift des Designers?
⚠️ Warnsignale
- ✗
Nur Screenshots, keine Links
Warum kann man die Seiten nicht besuchen?
- ✗
Alles sieht gleich aus
Wenig Kreativität, möglicherweise Templates.
- ✗
Keine Beschreibung
Was war die Aufgabe? Was hat der Designer beigetragen?
- ✗
Veraltete Designs
Trends von vor 5 Jahren sind ein schlechtes Zeichen.
- ✗
Kein eigenes Portfolio
Ein Designer ohne eigene Website? Merkwürdig.
💡 Tipp: Fragen Sie nach dem Prozess
Ein gutes Portfolio zeigt nicht nur Ergebnisse, sondern auch den Weg dorthin: Wireframes, Konzepte, Varianten. Das zeigt, wie der Designer denkt und arbeitet.
Suche
Wo findet man gute Webdesigner?
Die besten Quellen für die Suche nach einem passenden Webdesigner.
Empfehlungen
Fragen Sie in Ihrem Netzwerk. Persönliche Empfehlungen sind Gold wert – jemand hat bereits gute Erfahrungen gemacht.
Google-Suche
"Webdesigner [Stadt]" oder "Webdesign Freelancer Schweiz". Wer gut rankt, versteht zumindest SEO.
Professionelles Netzwerk mit Profilen, Empfehlungen und direkter Kontaktmöglichkeit.
Design-Plattformen
Dribbble, Behance – hier zeigen Designer ihre besten Arbeiten. Gut für Inspiration und Suche.
Freelancer-Plattformen
Upwork, Fiverr, Malt – grosse Auswahl, aber Qualität schwankt. Bewertungen prüfen!
Agenturen anfragen
Viele Webdesign Agenturen vermitteln auch einzelne Designer für kleinere Projekte.
FAQ
Häufige Fragen zum Thema Webdesigner
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Webdesigner und ihre Arbeit.
Was kostet ein Webdesigner pro Stunde?
In der Schweiz liegen die Stundensätze für Freelance-Webdesigner typischerweise zwischen CHF 80 und 150. Erfahrene Designer oder Spezialisten können auch CHF 150-200 verlangen. Bei Agenturen sind die Stundensätze meist höher (CHF 120-200), dafür ist oft mehr Expertise im Team.
Brauche ich einen Webdesigner oder einen Webentwickler?
Das hängt von Ihrem Projekt ab. Für das visuelle Konzept und die Benutzerführung brauchen Sie einen Designer. Für die technische Umsetzung einen Entwickler. Oft brauchen Sie beides – entweder als zwei Personen oder jemanden, der beides kann (selten). Eine Agentur bietet beides.
Kann ein Webdesigner auch programmieren?
Manche ja, manche nein. Viele Webdesigner beherrschen HTML und CSS für einfache Umsetzungen. Komplexere Programmierung (JavaScript, Backend) ist aber meist Sache von Entwicklern. Fragen Sie konkret nach den Fähigkeiten.
Wie lange dauert ein Webdesign-Projekt?
Nur das Design (ohne Entwicklung): 2-4 Wochen für eine typische Firmenwebsite. Mit Entwicklung: 6-12 Wochen. Die Dauer hängt stark von der Komplexität und Ihrer Feedback-Geschwindigkeit ab.
Was muss ich dem Webdesigner liefern?
Idealerweise: Logo und Corporate Design (falls vorhanden), Informationen zu Zielgruppe und Zielen, Beispiele von Websites die Ihnen gefallen, und später Texte und Bilder. Je mehr Input, desto besser das Ergebnis.
Wem gehört das Design nach Fertigstellung?
Das sollte im Vertrag geregelt sein. Standard: Nach vollständiger Bezahlung gehen alle Nutzungsrechte an Sie über. Fragen Sie explizit nach – manche Designer behalten sich Rechte vor oder zeigen das Projekt im Portfolio.
Noch Fragen zum Thema Webdesigner?
Wir helfen gerne weiter – unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.